Warum die wichtigste Entscheidung an dieser App eine Weglassung ist
Die Frage, um die sich alles dreht
„Seit wann geht das schon so?"
Der Satz fällt in jeder Praxis, und er klingt harmlos.
Dann steht man da. Vielleicht „schon länger". Vielleicht „seit ein paar Wochen". Vielleicht „eigentlich schon immer, oder?"
Nicht, weil jemand unaufmerksam gewesen wäre. Sondern weil du dein Tier jeden Tag siehst. Der Hund steht einen Tick langsamer auf. Die Katze nimmt den Stuhl statt das Fensterbrett. Jeder Tag sieht aus wie der davor – und irgendwann ist die Verschiebung so groß, dass sie jemandem auffällt, der das Tier ein halbes Jahr nicht gesehen hat.
Ein Datum wäre so einfach. Wenn es jemand aufgeschrieben hätte.
Das ist die ganze Idee. Und weil sie sich missverstehen lässt, kommt der wichtigste Satz dieser Seite hier und nicht am Ende: Manches gehört nicht aufgeschrieben, sondern sofort in eine Praxis oder Klinik. Schwere Atmung. Blasses Zahnfleisch. Ein Tier, das plötzlich nicht mehr aufsteht. Ein Kater, der wieder und wieder aufs Klo geht, ohne dass etwas kommt. Das ist keine vollständige Liste – es ist die, bei der die Uhr am schnellsten läuft. Da zählen Stunden, auch abends, auch am Wochenende. Und wenn eine Katze über einen Tag nichts frisst, gehört das noch heute abgeklärt; bei Katzen ist das deutlich kritischer als bei Hunden.
Alles Weitere hier handelt von dem, was danach kommt.
Warum ausgerechnet ich
Ich bin Marco.
Im Sommer 2015 sind zwei Dinge gleichzeitig passiert. Ich habe meine erste Gruppe für Hundehalter:innen aufgemacht. Und ich habe bei einem Tierkrankenversicherer angefangen.
Die Gruppen gibt es bis heute – inzwischen fünf eigene Kanäle, Schwerpunkt Hundegesundheit, zusammen rund 120.000 Tierhalter:innen. Seit elf Jahren lese ich dort mit. Eine Geschichte kommt in Varianten immer wieder: Irgendwas war anders, und hinterher weiß niemand mehr, seit wann.
Beim Versicherer bin ich vier Jahre geblieben, als Head of Digital Marketing und Business Development – Website und Online-Geschäft. Nicht in der Behandlung. Nicht am Tier.
Aber vier Jahre in einer Versicherung zeigen dir etwas über Tiergesundheit, das man von außen nicht sieht: Das ganze Geschäft fängt erst an, wenn schon etwas passiert ist. Die Wochen davor, in denen sich etwas anbahnt, kommen in keiner Akte vor. Nicht weil sie unwichtig wären. Weil sie niemand aufgeschrieben hat.
Was ich nicht habe: eine tiermedizinische Ausbildung. Kein Studium, keine Approbation, keine Praxis.
Das ist kein Kleingedrucktes. Es ist die wichtigste Angabe auf dieser Seite – und der Grund, warum VetaSense so gebaut ist, wie es gebaut ist.

Ich baue keine App, die dir sagt, was deinem Tier fehlt
Das ist keine Vorsicht. Das ist die Bauweise.
Diagnose und Behandlung von Tieren sind approbierten Tierärzt:innen vorbehalten – in Deutschland nach § 1 der Bundes-Tierärzteordnung, in Österreich entsprechend nach dem Tierärztegesetz. Eine App, die diese Grenze umgeht, indem sie „nur einen Hinweis" gibt, umgeht sie trotzdem.
Aber der rechtliche Teil ist nicht der interessante.
Der interessante ist: Ein System, das dir sagt, was dein Tier hat, liegt manchmal falsch. Und die teuren Irrtümer laufen alle in dieselbe Richtung. Nicht der Fehlalarm ist gefährlich – der kostet dich einen Praxisbesuch, den du nicht gebraucht hättest. Gefährlich ist die Beruhigung. Wer eine App liest, die „wahrscheinlich harmlos" sagt, wartet ab. Und Abwarten ist bei manchen Bildern die einzige falsche Antwort.
Deshalb sagt VetaSense dir nicht, was dein Tier hat. Es hält fest, was du beobachtet hast, mit Datum. Und wo eine Frage in die Praxis gehört, sagt Veti das, statt dich zu beruhigen.
Eine App, die weniger verspricht, ist hier nicht die vorsichtigere. Sie ist die sicherere.
Wer Veti ist
Veti ist die KI-Begleiterin in VetaSense. Software – kein Mensch und keine Tierärztin.
Sie merkt sich, was du ihr über dein Tier erzählt hast, und gibt es dir zurück, wenn du es brauchst. Hast du mehrere Tiere, bekommt jedes seinen eigenen Faden und sein eigenes Gedächtnis. Der Tagescheck hat vier kurze Bereiche – Fressen und Trinken, Verhalten, Fell und Körper, Ausscheidungen – und dauert ein bis zwei Minuten.
Was sie nicht darf: Krankheiten benennen oder eine Behandlung vorschlagen.
Was sie nicht tut: dich antreiben. Es gibt keine Kette, die reißt, keine Abzeichen, keine Zeile, die dir vorrechnet, wie viele Tage du ausgelassen hast. Das ist eine bewusste Entscheidung, und sie hat einen Grund. Ein Tier kann krank werden. Ein Tier kann sterben. Eine App, die ausgerechnet in dieser Woche eine gerissene Kette anzeigt, hat nicht verstanden, wofür sie da ist.
Aufmerksamkeit statt Perfektion. Das ist nicht der Werbespruch. Das ist die Anweisung, nach der gebaut wird.
Wie sich das tragen soll
Für Tierhalter:innen ist VetaSense kostenlos. In der Beta ohnehin, und der Plan ist, dass es so bleibt. Zahlungsdaten frage ich nicht ab.
Jetzt der Satz, den du an dieser Stelle denkst – ich spreche ihn lieber selbst aus: Wenn es nichts kostet, wer bezahlt dann?
Die ehrliche Antwort ist, dass das noch nicht steht. Die Richtung: Partner aus der Tierbranche, nicht die Halter. Was nicht passiert: Ich verkaufe keine Daten, die auf dich oder dein Tier zurückführen.
In der App wirst du gefragt, ob wir aus deinen Einträgen in pseudonymer Form lernen dürfen. Du kannst nein sagen. Sagst du nein, funktioniert die App vollständig – keine gesperrte Funktion, kein Nachfragen. Daran zeigt sich, ob so ein Satz ernst gemeint ist. Deshalb ist er im Produkt so gebaut und steht nicht nur hier.
Was du über dein Tier einträgst, liegt in einer Datenbank in Irland – also in der EU. Deine Nachrichten an Veti gehen zum KI-Modell über einen Dienst in den USA, der sie nicht speichert; der Verlauf selbst bleibt in der EU. Exportieren und löschen kannst du beides selbst, direkt in der App – ohne Mail an einen Support, ohne Wartezeit.
Wenn sich daran etwas ändert, sage ich es vorher.
Wo das heute steht
VetaSense ist eine geschlossene Beta. Eine kleine Runde, die das im Alltag ausprobiert und mir sagt, was hakt. Der Zugang läuft über eine Einladung.
Hund und Katze. Weitere Arten sind derzeit nicht auswählbar.
Ich baue das allein. Ein Datum für die nächste Einladungsrunde kann ich dir nicht nennen – ich könnte eins hinschreiben, aber es wäre geraten.
Zum Schluss
Wenn du bis hierher gelesen hast, gehörst du wahrscheinlich zu den Menschen, für die ich das baue: Leute, die lieber einmal zu viel hinschauen als einmal zu spät.
Wenn du dabei sein magst – zur Warteliste.
Und wenn dir etwas fehlt, dir etwas nicht passt, oder du findest, dass ich hier etwas falsch darstelle: schreib mir. veti@vetasense.com